02.09.2017

 

Auch in diesem Jahr übernachten die Tierpaten im Wildgehege. Im Wald die Nacht in ihrer Stille und Ruhe zu erleben, ist ein außergewöhnliches Erblebnis. Die Nacht wird hell werden, denn es ist zunehmender Mond und in vier Tagen Vollmond.

Zunächst werden die Tiere gefüttert und die Patentiere für das neue Patenjahr ausgesucht. Natürlich werden auch Namen vergeben. Nun gibt es im Wildgehege Tiere mit dem Namen Gierschlund, Charlie, Phill, Upsi, Romi, Schnuffi, Rosalie, Bella, Milly, Jecki, Anna, Tupsi, Helene Blümchen und Rosetta.

In der Nacht kann man auch bei zunehmendem Mond eine Laterne gut gebrauchen. Diese muss erst noch gebastelt werden.

Das Basteln muss in der Holzhütte stattfinden, denn es fängt an zu regnen.

Mit einem Teelicht mit Batterie werden die vielen Hirsch-Laternen im Dunkeln leuchten.

Als sich die Dämmerung ankündigt, wird das Lagerfeuer angezündet.

Waldluft macht hungrig und durstig. Außerdem schmeckt alles in Gemeinschaft viel besser. Die Zubereitung des Nachtisches dauert etwas länger. Unsere Waldlehrerin Andrea Hirsch hat Rosenblätter mitgebracht, die die Tierpaten mit Hilfe von Mörsern zerkleinern und dann Zucker dazugeben. Dieser Rosenzucker verfeinert den Quark.

Es bleibt ausreichend Rosenzucker übrig, so dass die Kinder auch für zuhause noch etwas mitnehmen können.

Es wird nun schnell dunkel. Nach dem Essen machen wir uns mit den Laternen auf zum Barfußpfad.

Mit den Laternen über den Barfußpfad und den Baumstämmen zu balancieren ist im Dunkeln schon eine Herausforderung. Da ist eine unterstützende Hand wichtig.

Auf dem Rückweg haben sich die Augen schon an die Dunkelheit gewöhnt und die Kinder erkennen von Weitem, dass im Baumkreis an der Futterraufe jemand sitzt. Wir setzen uns im Baumkreis dazu.

Der König, der schon im Baumkreis sitzt,  stellt sich als König des Waldes und gütiger Herrscher den Tierpaten vor. Seine ganze Güte und Sorge gilt den Tieren, die in seinem Reich zuhause sind. Und den Bäumen und Pflanzen, die hier im Wald wachsen. Der König weiß, wie wichtig sie für seine Freunde, die Tiere, aber auch für die Menschen sind. Denn natürlich liegen ihm auch die Menschen besonders am Herzen.

Der König des Waldes beobachtet mit Sorge, dass immer weniger Menschen den Wald schätzen. Dass Kinder lieber am Computer oder vor dem Fernseher sitzen oder stundenlang auf ihrem Smartphone herumtippen. Selbst im Wald sind die Menschen unachtsam, lassen Müll liegen, knicken Sträucher und Äste ab und erschrecken die Tiere. Der Waldkönig besitzt eine Schatztruhe, in der magische Kräfte ruhen. Diese Kräfte verleihen dem Wald die wundersamen Fähigkeiten sich immer wieder zu erholen und für das Weiterleben der Natur zu sorgen. Doch dazu braucht sie den goldenen Schlüssel, der verschwunden ist. Der König ist in großer Sorge. Ohne den Schlüssel kann er den Wald nicht retten.

Als die Sternenfee endlich kommt, fragt der König sofort, ob sie denn nicht eine Idee hat, wie der Schlüssel gefunden werden kann. Die Sternenfee denkt nach und ihr fällt ein siebenstrahliger Stern ein, der notwendig ist, um den Schlüssel zu finden. Sie sagt: "Dieser Stern ist von Kinderhand in dein Reich getragen worden." Die junge Tierpatin, die einen siebenstrahligen Stern am Barfußpfad gefunden hat, weiß sofort Bescheid. Sie zählt die Zacken des Sterns noch einmal nach und bringt den Stern zum König. Die Sternenfee braucht jedoch noch magisches Licht, um den Hinweis auf dem Stern lesen zu können. Darum legen die Tierpaten der Sternenfee einen leuchtenden Stern aus Knicklichtern.

Die Sternenfee kann dann lesen: "Wo Wasser durch Menschenkraft aus der Erde sprudelt, gibt die Natur oft weitere Geheimnisse preis..." Die Tierpaten wissen sofort, dass damit nur die Wasserpumpe an der Tiertränke gemeint sein kann. An der Pumpe finden sie den Hinweis: "Wo manch Tier gar salzig schleckt, ist oft das nächste Geheimnis versteckt." Die Kinder folgen der Sternenfee zum Salzleckstein und finden dort einen weiteren Hinweis: "Am Salzstein Lecken macht nicht satt - am Futter gibt's den nächsten Rat."

An der Futterrraufe entdecken die Tierpaten einen Zettel mit Hinweisen, was sie zunächst noch alles erledigen müssen, bevor sie dann den Hinweis finden: "Auch eines Tisches güldne Decke kann manch`Geheimnis begen." Unter der goldenen Decke am Tisch des Königs finden die Kinder den goldenen Schlüssel, den sie dem König überreichen. König und Sternenfee sind glücklich, dass der Wald nun gerettet ist.

Der König sagt: " Ich danke den Kindern und dir liebe Sternenfeee für eure Mithilfe. Nun lasst uns schnell diese Truhe öffnen. Kinder, ihr müsst muckmäuschenstill sein, damit die Magie auch wirken kann." Der König öffnet die Truhe, Licht erstrahlt!

Der König schließt die Truhe und holt aber vorher einen Beutel heraus und spricht: "Liebe Kinder, ich bin euch sehr dankbar. Ihr habt ein Herz für den Wald und die Tiere. Deshlab bekommt ihr jetzt diesen Orden von mir, damit jeder euer gutes Herz sehen kann!" Der König gibt jedem Kind einen Herzanstecker.

Die Sternenfee bedankt sich ebenfalls bei den Kindern mit Sternenstaub-Mutmach-Traumkeksen. Sie verspricht, dass jeder, der diese Kekse isst, in der Nacht wunderschöne Träume haben wird.

 

Die Kinder singen dem König und der Sternenfee noch ein Abendlied und gehen schlafen. Dank der Sternenstaub-Mutmach-Traumkekse fallen sie sofort auf ihre Luftmatratze und schlafen bis zum nächsten Morgen.

Es war kalt in der Nacht. Die Nutella ist hart und muss erst am Feuer erwärmt werden.

Es war wieder eine erlebnisreiche Nacht im Wildgehege. Die alten und neuen Tierpaten haben sich kennen gelernt, die Patentiere sind ausgesucht und haben Namen bekommen. Die Tierpaten können sich auf das nächste Patentreffen im Januar 2018 freuen.

 

 

 

 

 

 

 

Aktualisiert ( Mittwoch, den 06. September 2017 um 16:11 Uhr )