Samstag, den 31. August 2019

 

Pünktlich zum Treffen der Tierpaten am Abend, wurde am Morgen der „Lernort-Natur-Koffer“ gebracht. Die Dortmunder Dr. Gustav-Bauckloh-Stiftung spendete ihn für unser Wildgehege. Am Abend konnten wir den Inhalt des Koffers dann schon einmal den Tierpaten zeigen.

Beim ersten Treffen der Tierpaten im neuen Patenjahr werden die Patentiere ausgesucht. Die „Alttierpaten“ behalten meist ihr Patentier. Neue Tiernamen sind in diesem Jahr z. B. Ricky, Schweify, Farid, Laura, Jessica oder Luana.

Nele, Sharlyn und Jana waren auch Tierpaten im Wildgehege. Als Jugendliche sind sie nun eine tolle Unterstützung bei den Patentreffen.

Die Hirschbrunft ist bereits bemerkbar. Die Hirsche beginnen bereits mit dem Ausschlagen der Brunftkuhlen. Alle Kinder neigen dazu, liegenden Hirschen das Futter zu reichen, indem sie sich selbst in die Hocke setzen vor dem handzahmen Tier. Hier muss immer wieder vorab erklärt werden, dass das zu gefährlich ist. Das Tier kann aufspringen und mit dem Geweih das Kind verletzen.

Das Füttern der zahmen Tiere aus der flachen Hand steht immer auf dem Programm der Patentreffen und ist für alle wunderschön. Die Tierpaten respektieren jedoch, wenn die Tiere sich zurückziehen, und folgen ihnen nicht in die Ruhebereiche.

Um wieder mehr Insekten in den Garten oder den Balkon einzuladen, wurde ein Insektenhotel aus einer Dose gebastelt. Insekten fühlen sich auch in einer Dose wohl.

Eine gelb angestrichene Konservendose bekam Streifen, indem schwarzes Isolierband in Abständen um die Dose gewickelt wurde, sechs Beine aus Pfeifenputzern wurden angebracht und Augen aus Kronkorken wurden mit Wackelaugen beklebt. Wir befüllten die Dosen mit Bambus und Reet. Reet eignet sich besonders gut, da sich verschieden große „Niströhren“ zusammenstellen lassen, so dass möglichst vielen Arten geholfen werden kann.

Zum Abendessen wurde das Lagerfeuer angezündet. Mit Feuerstein und Watte als Zunder, hatten die Kinder das Feuer schnell entfacht. Die Kartoffeln in Alufolie einwickeln und dann ab damit ins Lagerfeuer. Mit Kräuterquark schmeckten die gegarten Kartoffeln besonders gut.

 

Es wurde dunkel und Baldrian hatte sich angekündigt. Im Sitzkreis aus Baumstümpfen war ein Tisch aufgestellt und mehrere Windlichter brannten. Baldrian war noch nicht da. Er erschien erst nach dem Rufen der Kinder. Baldrian war 377 Jahre alt und einer der Hüter der Kräuter des Waldes. Da er aufgrund seines Alters manchmal allerdings schon ein klein wenig vergesslich war und oft nicht mehr so genau wusste, wo bestimmte Kräuter wachsen, hatte er seine Waldgehilfin Edelkraut mitgebracht, weil sie über 117 Jahre jünger war als er. Gemeinsam wollten sie mit den Kindern einen „Sieben Kräuter Grutholz Gute Nacht-Hirsch-Kräuter-Tee für schöne Träume zubereiten.

Ob Zitronenmelisse, Pfefferminze, Salbei, Mädesüß oder Lavendel, die Kräuter wurden im Wildgehege schnell gefunden. „Soll der Tee wohlschmeckend sein, gehört auch Pfefferminze rein. Willst die Minze du vernaschen, lass sie die erste Sonne naschen.“ Den Kindern war sofort klar: Im Osten geht die Sonne auf, dort wird die Minze sein. Baldrian hatte an alles gedacht und sogar einen Kompass mitgebracht, mit dem die Kinder die Richtung festlegten und die Minze fanden.

So wurden nach Baldrians Sprüchen und mit Edelkrauts Hilfe fünf Kräuter gefunden. Dann gab es einen heftigen Regenguss und gemeinsam mit Baldrian und Edelkraut fanden wir Schutz in der Holzhütte im Wildgehege.Dort schmeckte der Tee auch mit fünf statt sieben Kräutern.

Aktualisiert ( Dienstag, den 15. Oktober 2019 um 15:18 Uhr )